Amerika wählt 2012

Informationen rund um die Präsidentschaftswahl 2012

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Die Republicaner stehen am Rand des Abgrunds

Der Wahlkampf hat die Republikaner in eine Identitätskrise gestürzt. Der angebliche Favorit Mitt Romney wird mit der streng konservativen Basis nicht warm, und mit seinen Fehltritten verscherzt er es sich auch mit Independents, den so wichtigen Wechselwählern.

Sein inzwischen größter Konkurrent Rick Santorum dagegen ist ein erzkonservativer Eiferer, der zwar bei der Parteibasis gut ankommt aber in einer Wahl gegen Barack Obama wohl wenig Chancen hätte. Dazu beschwört er zu sehr den Kulturkampf herauf, sind seine Positionen zu Frauen- und Schwulenrechten, zur Abtreibung und Verhütung zu extrem.

Dennoch hat Santorum es geschafft, Romney die sicher geglaubte Nominierung streitig zu machen. Immer noch sehnen die Republikaner sich heimlich nach einem Späteinsteiger, der sie vor ihren eigenen Kandidaten bewahren kann. Und dann?

Der Artikel im New York Magazine ist zwar recht lang, aber aufschlussreich und spielt glaubwürdig die verschiedenen Szenarien durch. Vielleicht, schreibt der Autor, wäre eine Nominierung Santorums gar nicht so schlecht für die Republikaner. Die Wahl würde er zwar gegen Barack Obama verlieren. Doch dann wären die Republikaner zu tiefgreifenden Reformen im Parteiprogramm gezwungen, die ihnen schlussendlich helfen würden, wieder eine breite Masse der US-Amerikaner anzusprechen.

The Lost Party, New York Magazine

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Romney kontert

In der jüngsten Fernsehdebatte der republikanischen Kandidaten zeigte Mitt Romney Biss, griff Wiedersacher Newt Gingrich heftig an. Der ist in die Enge getrieben, nachdem ihm einige Schwergewichte der Partei als undiszipliniert und beratungsresistent bezeichneten.

Die Einwanderungspolitik war bei der Debatte im US-Bundesstaat Florida ein wichtiges Thema. Hier leben viele Latinos mit Wurzeln in der Karibik oder Südamerika. Gingrich hatte Romney zuvor als den Kandidaten bezeichnet, der Einwanderer am stärksten ablehne. Doch Romney konterte: Er sei nicht gegen Einwanderer, aber diese müssten auf legalem Wege ins Land kommen.

Gleichzeitig konnte Rick Santorum einen Treffer landen, als er kritisierte, dass Romney als Gouverneur von Massachusetts eine allgemeinen Krankenversicherung einführte. Obamas Gesundheitsreform, bei Republikanern verhasst, ist an diese Vorlage aus Massachusetts angelehnt. Ein Thema, das Romney im Wahlkampf sicher noch weiter verfolgen wird.

Matthias Kolb liefert auf Süddeutsche.de einen guten Überblick über die Debatte. Wer sich die Antworten der einzelnen Kandidaten im Detail ansehen will, dem sei die interaktive Aufbereitung der Washington Post ans Herz gelegt. Hier werden alle Äußerungen nach Themen sortiert aufgeführt.

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Der 19. January

“In Büchern über diesen Wahlkampf wird es Kapitel geben, die schlicht ‘19. Januar’ heißen,” sagte Fernsehjournalist Chuck Todd gestern. Es war ein Tag voller wichtiger Ereignisse.

Rick Perry wirft das Handtuch

Der texanische Gouverneur strauchelte schon lange, konnte nie richtig Fuß fassen in der hart umkämpften Republikanischen Vorwahl. Eigentlich war seine Kandidatur bereits am Ende, als er bei seiner ersten Fernsehdebatte nicht die drei Miniterien nennen konnte, die er als Präsident abschaffen würde. Perrys peinliches Stottern brannte sich sofort ins Gedächtnis. In New Hampshire kam er auf ein Prozent der Stimmen. Nun geht es also wieder zurück nach Texas - “Ein Cowboy reitet nach Hause” titel die Süddeutsche.

Davor empfahl Perry noch schnell seinen einstigen Gegner Newt Gingrich. Der Mann sei nicht perfekt, doch wer sei das schon, sagte Perry. Sein Omen für Gingrich, denn…

Gingrichs Ex-Frau enthüllt Frage nach offener Ehe

Newt Gingrichs zweite Ehefrau (und somit auch seine zweite Ex-Frau, denn der Mann ist derzeit in dritter Ehe mit Callista vereint) warf ihrem damaligen Mann vor, sie verlassen zu haben kurz nachdem sie mit Multipler Sklerose erkrankt sei. Gingrich habe ihr vorgeschlagen, eine offene Ehe zu führen, sagte Marianne Gingrich dem Fernsehsender ABC. Das habe sie abgelehnt. Wenig überraschend ist Marianne Gingrich der Meinung, Newts Moralvorstellungen seien der Präsidentschaft nicht gewachsen.

Newts Töchter aus seiner ersten Ehe dementierten die Vorwürfe. Ihr Vater habe sich große Mühe gegeben, seine Ehe zu retten, aber es habe nicht funktioniert, sagte eine der erwachsenen Töchter.

Doch das half wenig. Bei der Fernsehdebatte der Kandidaten wurde Gingrich sofort nach den Enthüllungen gefragt. Er stritt die Vorwürfe vehement ab, griff den Moderator an, wie er solch verabscheuungswürdige Fragen stellen könne. Doch das Problem bleibt: Gingrich spricht über Familienwerte und Arbeitsethik, doch seine eigene Vergangenheit sieht nicht so rosig aus.

Iowa geht an Santorum

Die dritte große Nachricht des Tages ging praktisch unter. Die Stimmen bei der Urwahl in Iowa wurde nochmal ausgezählt. Dabei kam heraus, dass Rick Santorum die Wahl mit 34 Stimmen gewonnen hat. In der Wahlnacht hieß es erst, Mitt Romney habe die Urwahl mit einem hauchdünnen Vorsprung von 8 Stimmen für sich entschieden. Gut, dass Romney sich seine donnernde Siegesrede für die Vorwahl in New Hampshire aufgehoben hatte.

Damit sieht es für Romney nun etwas schlechter aus. Perry unterstützt Gingrich, Iowa geht an Santorum. Die nächste Vorwahl in South Carolina am 21. Januar wird damit um so wichtiger.

Ein Lacher zum Schluss

Fernsehkomiker Stepehn Colbert ermutigt Wähler, für den längst ausgeschiedenen Herman Cain zu stimmen und macht sich damit gründlich über das amerikanische Wahlsystem (und dessen Finanzierung) lustig. In diesem Wahlkampf wundert das inzwischen kaum jemanden mehr.

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Alle, nur nicht Romney?

Nach Mitt Romneys Sieg in den beiden ersten Vorwahlen macht sich bei konservativen Aktivisten Panik breit, schreibt die Washington Post. Das Problem: Republikaner haben wenige Möglichkeiten, Romneys Aufstieg zum Präsidentschaftskandidaten zu stoppen. Das Feld hinter ihm ist zersplittert, wichtige Flügel in der republikanischen Partei suchen weiterhin nach ihrem Wunschkandidaten.

Angeblich sind manche Aktivisten so unzufrieden mit den bisherigen Kandidaten, dass sie  auf einen rettenden Späteinsteiger hoffen.

Mehr bei der Washington Post (auf Englisch).

Filed under Mitt Romney Republikaner Wunschkandidat Washington Post

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Newt kämpft weiter

Im Dezember war Newt Gingrich noch an der Spitze der Umfragen. “Ich werde der Kandidat sein,” erklärte der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhaus selbstsicher im Fernseh-Interview. Doch dann kamen die negativen Werbespots aus dem Umfeld von Mitt Romney, und Newt fiel ins Bodenlose. Newt wurde böse, sehr böse. Hatte er vorher noch versprochen eine positive Kampagne zu führen schlug er nun auf Romney ein. Er nannte ihn einen “timid Massachusetts moderate”, einen zaghaften Moderaten aus Massachusetts, was in Republikanischen Zirkeln in etwa einem Fäkalwort entspricht. Eine ihm nahestehende Gruppe produzierte einen Werbespot, der Romney brutalstmöglich angriff. Doch all das half nichts. In Iowa wurde Gingrich Vierter, in New Hampshire kämpft er zur Zeit mit Rick Santorum ebenfalls um den vierten Platz.

Trotzdem macht Gingrich weiter und will in South Carolina antreten. Die amerikanischen Öffentlichkeit bekam davon aber zunächst wenig mit. Als Gingrich sprach, zeigten CNN und Fox News die zeitgleiche Rede von Santorum, nur auf MSNBC, wo garantiert kein Republikaner zuguckt, lief Gingrich live.

Es ist schwer zu erkennen, wie Gingrich noch gewinnen könnte. Möglicherweise lautet seine neue Mission nun: Romney zerstören.

Filed under new hampshire primary newt gingrich

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“The president has run out of ideas, now he’s running out of excuses.”
“Dem Präsidenten sind die Ideen ausgegangen, und jetzt auch die Ausreden,” sagt Mitt Romney in seiner Siegesrede in New Hampshire. Nach seinen Siegen sowohl bei der Urwahl in Iowa wie auch der Vorwahl in New Hampshire wird Romney kaum noch zu stoppen sein. Das spiegelt sich in seiner Rede wieder. Anstatt seine Republikanischen Gegner anzugreifen, spielt Romney sich auf Obama ein.
Er werde die Kreditwürdigkeit der USA wieder herstellen, die Gesundheitsrefom rückgängig machen, und “sicherstellen, dass wir ein freies und wohlhabendes Land voller Möglichkeiten” bleiben.
Dagegen ist Europa mit seinen großzügigen Wohlfahrtstaaten zum neuesten Feindbild geworden.
Hier ist der komplette Text seiner Rede.

“The president has run out of ideas, now he’s running out of excuses.”

“Dem Präsidenten sind die Ideen ausgegangen, und jetzt auch die Ausreden,” sagt Mitt Romney in seiner Siegesrede in New Hampshire. Nach seinen Siegen sowohl bei der Urwahl in Iowa wie auch der Vorwahl in New Hampshire wird Romney kaum noch zu stoppen sein. Das spiegelt sich in seiner Rede wieder. Anstatt seine Republikanischen Gegner anzugreifen, spielt Romney sich auf Obama ein.

Er werde die Kreditwürdigkeit der USA wieder herstellen, die Gesundheitsrefom rückgängig machen, und “sicherstellen, dass wir ein freies und wohlhabendes Land voller Möglichkeiten” bleiben.

Dagegen ist Europa mit seinen großzügigen Wohlfahrtstaaten zum neuesten Feindbild geworden.

Hier ist der komplette Text seiner Rede.

Filed under New Hampshire Mitt Romney Barack Obama Wahlkampf

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There are at least three tickets out of New Hampshire.
sagt Jon Huntsman im Interview mit CNN. Offenbar hat er vor, seinen Wahlkampf fortzuführen, selbst wenn er heute (wie es aussieht) nur auf dem 3. Platz landen sollte.